Der frühere Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich muss keinen Prozess fürchten wegen seines Verhaltens in der Affäre um den ehemaligen SPD-Abgeordneten Sebastian Edathy. Die Berliner Staatsanwaltschaft stellte die wegen des Verrats von Dienstgeheimnissen eingeleiteten Ermittlungen gegen Friedrich ein, sagte ein Sprecher der Behörde. Es liege nur eine geringe mögliche Schuld vor.

Der CSU-Politiker hatte im Oktober 2013 während der Koalitionsverhandlungen die SPD darüber informiert, dass der Name des Sozialdemokraten Sebastian Edathy bei Ermittlungen über Kinderpornografie aufgetaucht war. Nach Bekanntwerden der Vorgänge war Friedrich im Februar von seinem neuen Amt als Bundesagrarminister zurückgetreten.

Nach Angaben des Tagesspiegel sei für die Einstellung des Verfahrens maßgeblich gewesen, dass Friedrich von seinem Amt als Bundesminister habe zurücktreten müssen und sich durch die Tat selbst geschädigt habe. Zudem habe er uneigennützig gehandelt, da es ihm um die Koalitionsverhandlungen gegangen sei.