Die Bundesregierung stellt Strafanzeige gegen unbekannt, weil Medien Details über die Arbeit von deutschen Geheimdiensten veröffentlichten. Nach Informationen des Spiegel vermutet das Kanzleramt, dass Whistleblower den Medien zu ihren Informationen verhalfen. Schon Anfang Dezember soll die Regierung dem Bericht zufolge bei der Staatsanwaltschaft Berlin Anzeige wegen Verrats des Dienstgeheimnisses erstatten.

Grund für das Verfahren seien diverse Enthüllungsgeschichten des Spiegel und der Süddeutschen Zeitung, die unter anderem Details über Praktiken des Bundesnachrichtendienstes oder die Aufklärung des Absturzes des MH17-Fluges in der Ostukraine preisgaben. Anfang November erschien im Spiegel unter Berufung auf geheime Unterlagen die Information, dass der BND es sich zum Ziel gesetzt habe, die im Internet bei der Datenübertragung an Websites übliche Verschlüsselung SSL zu umgehen. Das Projekt mit dem Titel Nitidezza ist demnach Teil der "Strategischen Initiative Technik". Dafür seien insgesamt 4,5 Millionen Euro eingeplant. Im Oktober verwies das Nachrichtenmagazin auf ein internes Papier vom Verfassungsschutz, aus dem hervorgehe, dass es schwierig sei, Informanten in der rechtsextremen Szene anzuwerben.

Das Bundeskanzleramt geht nach Angaben des Spiegel davon aus, dass interne Whistleblower die vertraulichen Informationen an Medien weiterleiten. Kanzleramtschef Peter Altmaier drohte bereits im Oktober damit, dass die Regierung "im Wiederholungsfall" strafrechtlich aktiv werde.