Das neue Transportflugzeug der Bundeswehr hat größere Mängel als zunächst gedacht. Nach einem Bericht von Spiegel Online sind die Folgen gravierend: Die Flugzeuge vom Typ A400M könnten weder in Krisenzonen wie Afghanistan noch in schlecht erschlossenen Gefahrengebieten in Afrika eingesetzt werden. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte den Bericht.

Die ersten Maschinen werden Soldaten und Material nicht aus der Luft absetzen können. Zu längeren Flügen und Landungen auf unbefestigten Pisten werden sie nur eingeschränkt fähig sein. In dem Bericht heißt es auch, die Bundeswehr habe die Mängel der ersten drei Airbus-Maschinen gegen Zahlung einer Vertragsstrafe von zwei Millionen Euro akzeptiert, um eine erneute Verschiebung des Auslieferungstermins zu vermeiden.

Der Sprecher widersprach allerdings der Darstellung, dass auch das Fehlen des Schutzsystems gegen Angriffe mit Boden-Luft-Raketen ein Mangel sei. Es seien von Anfang an zwei verschiedene Auslieferungsvarianten der Maschine bestellt worden: eine sogenannte logistische Variante ohne Raketenschutzsystem, zu der die ersten Maschinen gehören, und eine geschützte Variante. Diese sei erst für 2016 bestellt. Die Auslieferung der Flugzeuge des ersten Typs soll in den nächsten Wochen beginnen. 

Ein externes Gutachten hatte Anfang Oktober erhebliche Mängel im Rüstungswesen der Bundeswehr festgestellt. Speziell beim Transportflugzeug A400M empfahlen die Gutachter die "Einforderung von Kompensationsleistungen" vom Hersteller Airbus, weil das Flugzeug vorerst nicht in der ursprünglich vereinbarten Ausstattung geliefert werde.