Auch nach dem Ende ihres Kampfeinsatzes in Afghanistan soll die Bundeswehr mit bis zu 850 Soldaten vor Ort bleiben. Das sieht der Mandatsentwurf für die neue Nato-Ausbildungs- und Unterstützungsmission Resolute Support (Entschlossene Unterstützung) vor. An diesem Mittwoch will das Kabinett ihn beschließen, dann muss im Dezember noch der Bundestag zustimmen. 

Derzeit sind noch 1.520 deutsche Soldaten in Afghanistan. Die Bundeswehr ist seit 13 Jahren in dem Land stationiert. Zeitweise waren bis zu 5.350 deutsche Soldaten dort. 55 Soldaten ließen in dem bisher gefährlichsten Einsatz der Bundeswehr ihr Leben, 35 davon wurden bei Anschlägen oder in Gefechten getötet.

Am 31. Dezember 2014 endet der Nato-Kampfeinsatz, am Tag danach beginnt die neue Unterstützungsmission. Die künftige Hauptaufgabe der Bundeswehr ist die Ausbildung, Unterstützung und Beratung der afghanischen Streitkräfte. Die deutschen Soldaten sollen aber auch für die Sicherung, den Schutz und gegebenenfalls die Evakuierung militärischer und ziviler Kräfte eingesetzt werden können. Eine Verwicklung in Gefechte ist also weiterhin möglich.

In dem Mandatstext heißt es dazu: "Die Resolute Support Mission trägt einen anderen Charakter als der bisherige Isaf-Einsatz. Sie ist kein Kampfeinsatz und hat auch nicht die Aufgabe, sich direkt an der Terror- oder an der Drogenbekämpfung zu beteiligen. Dennoch kann es zu Gefechtshandlungen in Ausübung des Selbstverteidigungsrechts, zum Schutz eigener Truppen oder designierter ziviler Kräfte kommen."

An dem neuen Nato-Einsatz werden insgesamt etwa 12.000 Soldaten teilnehmen. Auch 14 Staaten, die nicht Mitglied der Nato sind, wollen sich beteiligen. Die Bundeswehr wird wieder eine Führungsaufgabe in Nordafghanistan haben, wo sie weiter das Feldlager in Masar-i-Scharif betreiben wird. Das Mandat ist zunächst auf ein Jahr begrenzt.