Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) bildet ihr Kabinett drastisch um. Sie zieht damit die Konsequenzen aus der nicht endenden Debatte um die Nürburgring-Pleite. Dreyer kündigte in Mainz Umbesetzungen auf fünf der neun Ministerposten an. Finanzminister Carsten Kühl, Europaministerin Margit Conrad und Justizminister Jochen Hartloff (alle SPD) müssen gehen. Zwei Minister wechseln.

Die langjährige Bildungsministerin Doris Ahnen soll das wichtige Finanzressort übernehmen, Sozialminister Alexander Schweitzer (alle SPD) wird Nachfolger von SPD-Fraktionschef Hendrik Hering, der seinen Rücktritt bereits bekannt gegeben hatte. Neuer Justizminister wird der Trierer Jurist Gerhard Robbers. Der Posten der Europaministerin wird in einen Staatssekretärsposten umgewandelt und mit Staatskanzleichefin Jacqueline Kraege (SPD) besetzt.

Der Nürburgring umfasst seit einigen Jahren neben der Rennstrecke auch einen Freizeitpark und Hotels. Dafür hatte einst die landeseigene Investitions- und Strukturbank (ISB) ein Darlehen über 330 Millionen Euro gewährt. Weitere Hilfen waren direkt vom Land geflossen.

Doch die hohen Erwartungen erfüllten sich nicht, die Besucherzahlen waren zu niedrig für einen profitablen Betrieb. Als die EU-Kommission weitere Zuschüsse aus der Staatskasse unterband, ging der Nürburgring vor gut zwei Jahren insolvent. Kühl als Finanzminister und Hering als früherer Wirtschaftsminister misslang es, das Projekt zu retten.

Dreyer wurde im Januar 2013 zur Ministerpräsidentin gewählt, nachdem Kurt Beck (SPD) wegen der Nürburgring-Pleite sein Amt aufgegeben hatte. Auf eine Umbildung des Kabinetts hatte Dreyer allerdings verzichtet.