Eine Gruppe von Flüchtlingsaktivisten hat in Berlin sieben weiße Gedenkkreuze für die Mauertoten am Spreeufer neben dem Reichstag entfernt. Zu der Aktion bekannte sich eine Gruppe, die sich Zentrum für politische Schönheit nennt. Ein Sprecher teilte mit, die Kreuze an die Außengrenzen der EU gebracht zu haben. 

"Während ganz Deutschland sich darauf einstellt, dem Fall der deutschen Mauer vor 25 Jahren zu gedenken, stehen neue Mauern um Europa, an denen mindestens 30.000 Menschen gekentert sind", heißt es auf der Internetseite der Gruppe. Die Gedenkkreuze waren von einem privaten Verein zur Erinnerung an die Opfer der deutschen Teilung aufgestellt worden.

Jedes Jahr sterben im Mittelmeer Tausende Migranten. Nach Angaben der italienischen Regierung sind an den Küsten in diesem Jahr bereits mehr als 150.000 Bootsflüchtlinge angekommen, die die gefährliche Überfahrt aus Afrika gewagt haben. Die Europäische Union startete am Samstag eine neue Grenzschutz-Mission zur Überwachung der Küstengewässer vor Italien. Die EU-Mission namens Triton soll Italien unterstützen.

Menschenrechtler kritisieren, dass Triton vor allem der Grenzsicherung und nicht mehr der Rettung von Menschen in Not diene. Zudem sei das Budget zu klein. An der Mission beteiligen sich 21 Staaten und stellen neben sieben Schiffen, vier Flugzeugen und einem Hubschrauber auch 65 Mitarbeiter. Das monatliche Budget beträgt 2,9 Millionen Euro. Dies ist nur ein Drittel der Summe, die Italien bei seiner Mission Mare Nostrum ("Unser Meer") jeden Monat ausgegeben hatte.