Das aggressive Auftreten zweier Israel-Kritiker im Bundestag gegen den Fraktionschef der Linken, Gregor Gysi, sorgt für Ärger innerhalb der Partei. Vertreter des gemäßigten Flügels der Linken starteten eine Petition gegen vier Politikerinnen der Partei. Diese hatten eine Veranstaltung mit den Israel-Kritikern organisiert. "Wir stellen klar: Annette Groth, Inge Höger, Heike Hänsel und Claudia Haydt sprechen nicht in unserem Namen. Wir fordern sie auf, daraus Konsequenzen zu ziehen", heißt es im Text der Unterschriften-Kampagne. Der Linken-Politiker Michael Leutert forderte, dass Höger und Groth ihr Mandat niederlegen.

Bisher wurde die Petition unter anderem von Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn und der Fraktionsvorsitzenden der Linken im Europaparlament, Gabi Zimmer, unterzeichnet. In dem Aufruf heißt es weiter: "Wiederholt müssen wir konstatieren, dass sich (...) Mitglieder unserer Partei in verantwortlichen Positionen durch Schürung obsessiven Hasses auf und der Dämonisierung von Israel antisemitische Argumentationsmuster und eine Relativierung des Holocausts und der deutschen Verantwortung für die millionenfache Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden befördern."

Die Bundestagsabgeordneten Höger und Groth hatten am Montag eine Diskussionsveranstaltung im Bundestag organisiert, die in einem Eklat geendet war. Die aus Kanada und den USA stammenden israelkritischen Publizisten Max Blumenthal und David Sheen hatten Gysi vor seinem Büro abgepasst. Anschließend folgten sie ihm durch das Bundestagsgebäude bis auf eine Toilette. Ein Video dieser Jagd wurde später auf Youtube veröffentlicht.

Die Bundestagsabgeordneten entschuldigten sich gegenüber Gysi in einer gemeinsamen Erklärung. Gysi nahm diese an, seine Fraktion nahm sie lediglich zur Kenntnis.