Darf man einem anderen beim Sterben helfen? Und wenn ja, wer darf das und unter welchen Umständen? Mit diesen Fragen wird sich der Bundestag in den kommenden Monaten beschäftigen. An diesem Donnerstag findet im Bundestag eine erste Orientierungsdebatte statt. Am Ende wird eine Entscheidung stehen, bei der jeder Abgeordnete nur seinem Gewissen folgen soll.

Bisher ist die Gesetzeslage eindeutig. Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland verboten. Kein Arzt und auch sonst niemand darf einen Schwerstkranken zum Beispiel mit einer Spritze töten, selbst wenn dieser das unbedingt möchte.

Einem Sterbewilligen ein tödliches Medikament zu besorgen, das der selbst einnimmt, ist dagegen nicht strafbar. Für Ärzte kann so etwas trotzdem Folgen haben: Denn einige Landesärztekammern verbieten auch diese Form der Sterbehilfe und drohen Ihren Mitgliedern mit Sanktionen bis hin zum Entzug der Approbation. 

Wird Hilfe zum Selbstmord normal?

Dass die Abgeordneten das Thema nun neu regeln wollen, liegt vor allem an den professionellen Sterbehelfern, die allein handeln oder sich im Verein Hilfe zum Selbstmord organisieren und sich dafür teilweise bezahlen lassen. Bisher nutzen das offiziell jährlich weniger als 200 Menschen in Deutschland – bei 9.800 Suiziden insgesamt. Die Dunkelziffer dürfte freilich höher liegen.

Viele Abgeordnete fürchten aber, dass der Druck auf Schwerstkranke und Alte wachsen könnte, freiwillig aus dem Leben zu scheiden, wenn das immer normaler werde. Andere halten dagegen, dass das Recht auf Selbstbestimmung auch ein selbstbestimmtes Sterben einschließen müsse.

Mittlerweile liegen aus den Reihen der Parlamentarier fünf Positionspapiere vor. Bis Ende Februar sollen Gesetzentwürfe ausgearbeitet werden. Wir haben die unterschiedlichen Ansätze zusammengefasst.