CSU-Chef Horst Seehofer hat den Wirbel um eine von der CSU geplante Deutschempfehlung für Zuwanderer zum Missverständnis erklärt – und die Korrektur des umstrittenen Vorschlags verteidigt. "Wenn ein Satz anders aufgefasst wird, als er objektiv gemeint war, dann ändert man den Satz, das ist eine relativ einfache Sache", sagte er vor Beginn des CSU-Parteitags in Nürnberg. Der Parteivorstand habe den Satz deshalb am Montag so geändert, "dass er nicht missverstanden werden kann".  

In den Satz, der in einem Leitantragsentwurf der CSU stand, sei etwas hineininterpretiert worden, was niemand in seiner Partei wolle, sagte Seehofer. "Aber es war nie anders gemeint, als es jetzt formuliert ist. Ich kenne niemanden in der CSU, der überlegt oder auch nur in Erwägung gezogen hätte, dass für das Leben in einer Familie jetzt Vorschriften erlassen werden sollen und Kontrollen."

In dem Entwurf für den Parteitag stand ursprünglich, Zuwanderer sollten "dazu angehalten werden, im öffentlichen Raum und in der Familie deutsch zu sprechen". Der Satz war so ausgelegt worden, dass die CSU Einwanderer verpflichten wolle, auch zu Hause deutsch zu sprechen. Dafür erntete sie in der Politik und im Internet Kritik und Spott. Auch Unionspolitiker kritisierten den Vorstoß.

Der Parteivorstand schwächte die Formulierung daraufhin ab – nun lautet der Satz: "Wer dauerhaft hier leben will, soll motiviert werden, im täglichen Leben deutsch zu sprechen."