SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi hat sich für ein neues Wahlverfahren ausgesprochen. Um der sinkenden Wahlbeteiligung entgegenzuwirken, sollten Wahlen statt eines Tages eine Woche dauern, sagte Fahimi der Tageszeitung Die Welt

Da in Zeiten des Wahlkampfs außerdem politisch nicht viel passiere, schlug Fahimi vor, den Bundestag nur alle fünf statt alle vier Jahre wählen zu lassen. Außerdem sollten Wähler nicht nur an ihrem Wohnort wählen können, sagte Fahimi. Das könne auch an öffentlichen Orten wie Bahnhöfen oder Bibliotheken geschehen. Die SPD lasse derzeit zudem rechtlich prüfen, ob eine mobile Wahlkabine möglich sei, ähnlich einer fahrenden Bücherei.

"Ich möchte mich nicht abfinden mit einer Wahlbeteiligung von 50 Prozent", sagte Fahimi zur Begründung ihrer Pläne. Anfang kommenden Jahres will sie ihre Ideen mit Generalsekretären anderer Parteien diskutieren.

Politikverdrossene und Desinteressierte könnten mithilfe ihrer Vorschläge vermutlich nicht erreicht werden, sagte Fahimi der Welt. "Ich denke aber, dass es genügend Wahlberechtigte gibt, die schlicht aus einer gewissen Bequemlichkeit heraus am Sonntag den Weg ins Wahllokal nicht finden."