Der AfD-Politiker Alexander Gauland während einer Pegida-Demonstration in Dresden © Hannibal Hanschke/Reuters

Der stellvertretende AfD-Bundessprecher Alexander Gauland hält trotz der Auflösungserscheinungen weiter zu der Pegida-Bewegung. "Pegida Dresden und die Demonstranten sind noch immer natürliche Verbündete", sagte Gauland. Er distanzierte sich aber von Lutz Bachmannn, einem der Anführer der Bewegung, der kürzlich zurückgetreten war. "Herr Bachmann war nie mein natürlicher Verbündeter", sagte Gauland weiter.

Bachmann hatte sich zurückgezogen, nachdem ein Bild von ihm mit Hitlerbart und ausländerfeindliche Facebook-Einträge öffentlich geworden waren. Unter anderem hatte er Asylbewerber als "Dreckspack", "Viehzeug" und "Gelumpe" bezeichnet.

Der AfD-Spitzenkandidat für die Hamburger Bürgerschaftswahl, Jörn Kruse, lehnte es dagegen ab, die Pegida als "natürlichen Verbündeten der AfD" zu bezeichnen. "Ich habe den Begriff nicht verwendet und ich werde ihn auch nicht verwenden", sagte Kruse. "Wir haben aber gesagt, wir verstehen die Gründe, warum die Leute da auf die Straße gehen."  

"Eine Erlösung für Dresden"

Auf die Frage, wie er das zukünftige Verhältnis zwischen AfD und Pegida beschreiben würde, sagte Kruse: "Wir wollen uns in der Öffentlichkeit natürlich nicht desavouieren lassen von Leuten, von denen man nicht weiß, was sie morgen tun." Insofern sage die AfD, das sei ein Phänomen, was weiter beobachtet werde.

Nach dem Rücktritt auch der zweiten Führungsfigur Kathrin Oertel am Mittwoch ist für SPD-Chef Sigmar Gabriel der Niedergang von Pegida eingeleitet. "Ich glaube, dass wahrscheinlich der öffentliche Zenit dieser Demonstrationen überschritten ist", sagte der Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister im ZDF. Die Organisatoren zerlegten sich gerade, "was ja vielleicht auch eine Erlösung für Dresden ist".