Als Reaktion auf den Terroranschlag auf die Satirezeitung Charlie Hebdo hat Bundeskanzlerin Angela Merkel den Angehörigen aller Glaubensrichtungen in Deutschland Schutz zugesichert. "Wir tun alles, Menschen jeden Glaubens, egal ob jüdischen, christlichen, muslimischen oder gar keinen Glaubens, in gleicher Weise als Bürgerinnen und Bürger Deutschlands zu schützen."

Zugleich warnte sie vor einer allgemeinen Debatte über den Islam. "Wir haben mit der überübergroßen Mehrheit der Muslime ein sehr gutes Verhältnis. Alle haben sich hier auch klar geäußert zu terroristischen Angriffen", sagte sie.

Vor den vereinzelten Muslimen, die sich auch in Deutschland radikalen islamistischen Gruppen anschlössen, müsse man sich aber schützen. Deshalb müssten die Sicherheitsvorkehrungen aufrechterhalten werden.

Kundgebung der Muslimverbände geplant

Die großen Muslimverbände bereiten eine Kundgebung gegen den Terror vor. Zusammen mit anderen muslimischen und säkularen Migrantenverbänden plane man eine Demonstration gegen Terrorismus und für die Freiheit, sagte Bekir Alboğa Spiegel Online. Er ist Chef der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib).

"Wir müssen jetzt mehr Demokratie wagen und uns Schulter an Schulter alle zusammen für unsere freiheitlichen Werte starkmachen", sagte Alboğa. "Wir dürfen nicht zulassen, dass Demagogen und Extremisten – von welcher Seite auch immer – Vorteil aus diesem Attentat ziehen."

Zudem sei geplant, am Freitag den Anschlag zum Thema in den Gebeten in deutschen Moscheen zu machen, kündigte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, gegenüber Spiegel Online an.

"Angriff auf die Menschlichkeit"

Bereits kurz nach dem Anschlag in Paris mit zwölf Toten hatten mehrere Muslimverbände die Tat verurteilt. "Dies ist ein feindlicher und menschenverachtender Akt gegen unsere freie Gesellschaft", teilte der Zentralrat der Muslime in Deutschland mit. Ditib wertete den Anschlag in einer Stellungnahme als "Angriff auf die Menschlichkeit". Ähnlich äußerte sich der Liberal-Islamische Bund.

Die islamische Religionsgemeinschaft Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland verurteilte den Terroranschlag aufs Schärfste: "Diese unentschuldbare Barbarei sprengt jede Grenze religiöser Prinzipien und steht im klaren Widerspruch zu allen Glaubensinhalten des Islam. Unsere Gedanken und innigsten Gebete sind mit den Hinterbliebenen der Anschlagsopfer." "Dieses Attentat ist ein Akt gegen die Menschlichkeit und zugleich ein Angriff gegen die Werte des Islams."