Das Europahaus, Dienstsitz des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Berlin

Eine Beamtin des Entwicklungshilfeministeriums (BMZ) erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren Arbeitgeber und damit Minister Gerd Müller (CSU). Nach Angaben des Spiegel hat die Frau Klage vor dem Verwaltungsgericht Köln eingereicht. Demnach fühlt sich die Beamtin von der Hausspitze gemobbt.  

Nach Angaben der Klägerin hat BMZ-Staatssekretär Friedrich Kitschelt im Mai vergangenen Jahres eine Abteilungsleiterin massiv bedrängt, die Noten der Klägerin nach unten zu korrigieren. Ziel sei gewesen, dass Gunther Beger, ein Parteifreund und langjähriger Mitarbeiter des Ministers, auf ihren Posten aufrücken könne. Die Klägerin gab an: "Er sagte, das wäre auch im Interesse meiner beruflichen Zukunft im BMZ."

In der Folge habe sich die Abteilungsleiterin geweigert, Kitschelts Vorgaben zu befolgen und stattdessen Minister Müller darüber informiert. Die Abteilungsleiterin wurde den Angaben nach daraufhin nach Washington versetzt, Müllers Parteifreund Beger dagegen um zwei Stufen befördert.  

Vorwurf lautet auf bewusste Manipulation

In der Klageschrift ist nun von einem Nötigungsversuch des Staatssekretärs die Rede und davon, dass im Ministerium "bewusst und gewollt manipuliert" worden sei. 

Kitschelt wiederum bestritt gegenüber dem Magazin die Vorwürfe. Ein "Drängen", um eine "Bewertung nach unten" zu korrigieren, sei nicht erfolgt. Der Vorsitzende der Mitgliedsgewerkschaft des Deutschen Beamtenbundes, Hartwig Schmitt-Königsberg, warf Minister Müller "Vetternwirtschaft" vor und sprach von einem "unsäglichen Verfahren".