Die Alternative für Deutschland (AfD) sieht inhaltliche Schnittmengen mit der umstrittenen Pegida-Bewegung, strebt aber keine Zusammenarbeit mit ihr an. Dies sei von Pegida auch gar nicht gewollt, sagte die Fraktionschefin der AfD im sächsischen Landtag, Frauke Petry, nach einem Treffen mit Vertretern der selbst ernannten Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (Pegida). Pegida wolle sich nicht von Parteien abhängig machen und eine Bürgerbewegung bleiben. Ähnliche Ansichten habe man etwa in der Flüchtlingspolitik.

Fraktionsgeschäftsführer Uwe Wurlitzer ergänzte auf Nachfrage, eine Kooperation sei auch gar nicht möglich, weil Pegida eine Bürgerbewegung sei und die AfD eine Partei.

Petry hatte sich am gestrigen Mittwoch im Businesspark Dresden zwei Stunden lang mit sieben Pegida-Vertretern getroffen. Das Gespräch sollte ursprünglich im Landtag stattfinden, die Organisatoren verlegten es aber kurzfristig – aus Sicherheitsgründen.

Weitere Gespräche seien vorerst nicht geplant, aber auch nicht ausgeschlossen, sagte Wurlitzer ZEIT ONLINE. Er empfehle aber anderen Fraktionen, ebenfalls mit den Pegida-Vertretern zu sprechen.

Die anderen Fraktionen haben das bisher ausgeschlossen. Pegida versteht sich als überparteiliche Bewegung. Organisatoren und auch Anhänger hatten sich wiederholt herabsetzend über Politiker und Medien geäußert und einen Dialog bisher abgelehnt. Die Einladung der AfD in Sachsen war die erste, die Pegida annahm.

Natürliche Verbündete

Die Fraktionschefin Petry kritisierte andere Parteien, die der Bewegung vorwerfen, rassistische und fremdenfeindliche Ziele zu verfolgen. "Das halten wir für falsch", sagte Petry, die zugleich Bundessprecherin der AfD ist. Zuvor hatte Co-Chef Bernd Lucke seine Partei ermahnt, sich zurückzuhalten. Gespräche mit der Pegida seien in Ordnung, das sei aber noch kein Schulterschluss, sagte Lucke.

Der Vorsitzende der AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag, Alexander Gauland, hatte seine Partei im Dezember als "die ganz natürlichen Verbündeten" der Pegida-Bewegung bezeichnet. Dem Inforadio des RBB sagte Gauland: "Wenn sie diese 19 Punkte angucken, die in Dresden bei Pegida-Demonstrationen verteilt werden, sind wir sehr nahe." Damit bezog er sich auf ein Positionspapier der Bewegung.

Pegida hatte auch das Attentat auf die Charlie-Hebdo-Redaktion kommentiert. Es würde zeigen, dass Islamisten nicht demokratiefähig seien, sondern Probleme mit Gewalt und Tod lösen würden. "Unsere Politiker wollen uns aber das Gegenteil glauben machen", heißt es in einer Mitteilung der Organisation.