Unter den Innenministern von Bund und Ländern hat das Demonstrationsverbot von Dresden Irritationen ausgelöst. In Berliner Regierungskreisen hieß es während einer Telefonkonferenz am Montag, "Sachsen hat das ein bisschen hochgejazzt". Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung. Ein hochrangiger Sicherheitsbeamter bezeichnete die Absage aller Kundgebungen am Montag dem Bericht zufolge als "unglückliche Entscheidung".

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) soll in der Runde von einem konkreten Hinweis auf einen drohenden Anschlag gesprochen haben. Dabei habe er es aber vermieden zu sagen, wie hoch er die Gefahr einschätze.

Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) habe auf eine Nachricht auf dem Kurznachrichtendienst Twitter verwiesen, die sich an mögliche Einzeltäter in Deutschland, sogenannte einsame Wölfe, richte und in der Pegida-Organisator Lutz Bachmann als Verantwortlicher genannt werde. Zusätzlich nannte er Hinweise eines ausländischen Nachrichtendienstes auf einen möglichen Mordanschlag auf Bachmann. Die Gegendemonstrationen seien verboten worden, weil die Attentäter die Kundgebungen möglicherweise nicht unterscheiden könnten.

Worauf der nachrichtendienstliche Hinweis basiert, ist den Berichten zufolge nicht klar. Die Ursprungsfassung der Meldung, die zuerst an das Bundesamt für Verfassungsschutz, dann an das Gemeinsame Terrorismusabwehrzentrum und von dort an das Bundeskriminalamt und das Landeskriminalamt Sachsen ging, solle jetzt besorgt werden.