Bewohner des Dresdner Stadtteils Laubegast haben die Einrichtung eines Asylbewerberheims verhindert. Das berichtet Spiegel Online. In das Hotel Prinz Eugen sollten demnach bis zu 94 Flüchtlinge einziehen. Der Eigentümer des Hotels habe sein Angebot nun überraschend zurückgezogen, teilte die Stadt Dresden mit. Begründet habe er seine Entscheidung mit dem "massiven Widerstand der Bevölkerung". Der Mann war in sozialen Netzwerken bedroht worden, die Wände des Hotels wurden mit ausländerfeindlichen Parolen beschmiert.

Der zuständige Dresdener Sozialbürgermeister Martin Seidel sagte, die Plätze für die Asylbewerber seien fest eingeplant gewesen: "Der Rückzug stellt uns vor eine schwierige Situation. Kurzfristig realisierbare Alternativen gibt es nicht, auch wenn das von einzelnen Stadtratsfraktionen immer behauptet wurde."

5.700 Menschen hatten eine Petition gegen das Heim unterschrieben. Urheber war die Initiative MeinLaubegast. Die Petition listet nach Informationen von Spiegel Online sechs "formelle Bedenken", vier "politische und geopolitische Bedenken" und sieben "inhaltliche Bedenken" gegen das Heim auf.

Unter anderem heißt es, die Stadt Dresden wolle den Asylsuchenden angemessene Unterkünfte zur Verfügung stellen: "Intransparent ist, wer die Angemessenheit definiert hat und wie diese genau beschrieben ist. Das Ziel der Angemessenheit scheint die Landeshauptstadt Dresden mit der Zurverfügungstellung eines 4-Sterne-Hotels mit Raumgrößen von 33-40 qm aber deutlich zu überschreiten."

Jens Hoffsommer, migrationspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Stadtrat, kritisierte in der Leipziger Volkszeitung die Entscheidung des Besitzers, sich von der getroffenen Vereinbarung mit der Stadt zurückzuziehen: "Es ist kein gutes Signal, dass verantwortungsvolle Bürger auf Grund von Druck und Angst ihre Unterstützung zurückziehen." Gerade vor dem Hintergrund der Pegida-Bewegung müsse man stattdessen positive Zeichen setzen.

In Dresden leben laut Spiegel Online zurzeit 2.093 Asylbewerber. Die Stadt rechnet damit, dass in diesem Jahr rund 1.740 Flüchtlinge dazukommen. Am vergangenen Montag hatten in Dresden 25.000 Menschen an der Pegida-Kundgebung teilgenommen, so viele wie noch nie.

Korrektur: Die erwähnte Petition, die mehr als 5.000 Unterschriften erhielt, wurde von MeinLaubegast.de gestartet und nicht von Laubegast ist bunt. Die Initiative legt Wert auf die Feststellung, dass sie diese Petition von vornherein abgelehnt habe. Wir bitten um Entschuldigung für das Zitieren dieser Fehlinformation.