Der Gründer und Mitorganisator der Dresdner Pegida-Bewegung hat seinen Rücktritt angekündigt. Er werde aus allen Ämtern des Vereins Pegida e.V. ausscheiden, sagte die Sprecherin des islamfeindlichen Bündnisses, Kathrin Oertel, am Mittwoch. Ob Bachmann weiterhin die Demonstrationen in Dresden mitorganisieren kann, blieb offen.

"Es tut mir Leid, dass ich damit den Interessen unserer Bewegung geschadet habe, und ziehe daraus die Konsequenzen", sagte Bachmann in Dresden. "Ich entschuldige mich aufrichtig bei allen Bürgern, die sich von meinen Postings angegriffen fühlen. Es waren unüberlegte Äußerungen, die ich so heute nicht mehr tätigen würde."

Hintergrund sind Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung gegen Bachmann, die die Staatsanwaltschaft Dresden am Mittwoch aufgenommen hatte. Dabei geht es um angeblich von Bachmann stammende Facebook-Posts mit ausländerfeindlichen Beleidigungen. Sie waren am Dienstag im Internet verbreitet worden und enthalten menschenverachtende Bezeichnungen wie "Viehzeug", "Gelumpe" und "Dreckspack" in Bezug auf Ausländer.

Außerdem geriet Bachmann wegen eines selbst geschossenen und verbreiteten Fotos mit Hitler-Bärtchen und -Scheitel in den eigenen Reihen unter Druck. Der Verein weise die Facebook-Postings Lutz Bachmanns aufs Schärfste zurück, teilte Pegida-Sprecherin Oertel mit. "Sie tragen nicht dazu bei, Vertrauen zu den Zielen und Protagonisten von Pegida zu entwickeln." AfD-Sprecher Christian Lüth nannte das Foto "geschmacklos". Bachmann müsse wissen, "dass so etwas kein Scherz mehr sein kann". Die ausländerfeindlichen Äußerungen, die Bachmann zugeordnet werden, nannte er "niederträchtig und unerträglich".

Bereits vor der Bekanntgabe des Rücktritts Bachmanns hatte die AfD seinen Rückzug kommentiert. Parteisprecherin Frauke Petry griff Bachmann wegen der Äußerungen scharf an, berichtet Spiegel Online. Später sei die Meldung zurückgezogen worden mit dem Verweis, sie sei auf Vorrat geschrieben worden.