Mitglieder eines Polizei-Sonderkommandos bei einer Razzia gegen Islamisten in Berlin © Lukas Schulze/dpa

Die Sicherheitsbehörden erhalten nach den Terroranschlägen in Frankreich eine Vielzahl von Hinweisen auf mögliche Gefahren in Deutschland. "Darunter sind belastbare und weniger belastbare Hinweise", sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Ein erhöhtes Aufkommen sei eine typische Folge von Ereignissen wie den Anschlägen von Paris.  

Zuvor hatte Bundesinnenminister Thomas de Maizière zur Ruhe aufgerufen. "Die Lage ist ernst, es besteht Grund zur Sorge und Vorsorge, jedoch nicht zu Panik und Alarmismus", sagte de Maizière.

Über eine konkrete Warnung berichtet der Spiegel. Nach Informationen des Magazins gibt es übereinstimmende Hinweise  ausländischer Geheimdienste an die deutschen Behörden, in denen zwei mutmaßliche Anschlagsziele genannt wurden. Dabei soll es sich um die Hauptbahnhöfe in Berlin und Dresden handeln. Außerdem sei Kommunikation abgefangen worden, in der radikale Islamisten ein Attentat auf die Pegida-Märsche diskutierten. "Wir nehmen diese Hinweise sehr ernst", zitiert das Magazin einen hochrangigen Sicherheitsbeamten. Ein offizielle Bestätigung der Bedrohung gibt es allerdings nicht. Das Innenministerium wollte sich zu "ungeklärten Einzelsachverhalten" nicht äußern.

Ende der Woche waren in Deutschland vor dem Hintergrund der Anschläge von Paris insgesamt drei Männer festgenommen worden. In Berlin setzten die Sicherheitsbehörden zwei Türken fest, die die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) unterstützt und eine schwere Gewalttat in Syrien vorbereitet haben sollen. In Wolfsburg wurde ein Deutsch-Tunesier festgenommen, der sich dem IS in Syrien angeschlossen haben soll. In keinem dieser Fälle gab es Hinweise auf geplante Anschläge in Deutschland.