Der deutsche Arbeitsmarkt wird auch künftig auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen sein, um den demografischen Wandel auszugleichen. Das geht aus einer Studie im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums hervor, die nun veröffentlicht wurde. Deutschland bleibe auch langfristig ein Einwanderungsland, schreiben die Autoren. Trotzdem ließe sich so der Mangel nur um einige Jahre hinauszögern.         

Das Ergebnis der Studie sei positiv, sagte Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD). "Die aktuelle Arbeitsmarktprognose für 2030 ist besser, als wir noch 2012 angenommen haben." Grund dafür sei auch, dass Deutschland inzwischen das zweitbeliebteste Einwanderungsland der Welt ist.

Fachkräftelücken werden bis zum Jahr 2030 insbesondere bei den Gesundheitsberufen, Managern und leitenden Angestellten, Ingenieuren und Naturwissenschaftlern erwartet. 

Düstere Prognose bis 2015

Dramatisch deutlich werden die Auswirkungen des demografischen Wandels in der langfristigen Perspektive bis 2050. "Unter den heutigen Bedingungen wird die Zahl der Erwerbspersonen bis 2050 um acht Millionen zurückgehen", heißt es in der Kurzfassung der Studie. Damit verlöre Deutschland bis 2050 ein Fünftel des heutigen Arbeitskräfteangebots.

"Um unser Wohlstandsniveau zu erhalten, brauchen wir dringend eine Doppelstrategie", sagte die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoğuz. Neben der Einwanderung müssten auch die inländischen Potentiale – "gerade auch der Menschen mit Einwanderungsgeschichten, aber auch von Frauen und Älteren" erkannt und erschlossen werden.