Die Informationen über die Anschlagsgefahr für den Braunschweiger Karneval kommen von einem Tippgeber: "Der Hinweis kam von einem Zeugen aus der islamistischen Szene", sagte Braunschweigs Polizeipräsident Michael Pientka. Die Informationen stammten von einer Person, "die wir kennen und die wir auch einschätzen können".

Der Braunschweiger Faschingsumzug war kurz vor seinem Start am Sonntag abgesagt worden. Zur Begründung hieß es, es gebe konkrete Hinweise auf die Gefahr eines Anschlag mit islamistischem Hintergrund. "Die Gefährdung war sehr stark auf das Ereignis dieses Umzuges abgestellt, insofern kann man davon ausgehen, dass Panikmache nicht angesagt ist", sagte Pientka. Für andere Tage und Orte drohe keine Gefahr.

Die Polizei habe zwei verdächtige Gegenstände in der Braunschweiger Innenstadt ausgemacht. Sie seien mit Sprengstoffspürhunden untersucht worden und hätten sich als ungefährlich herausgestellt. "Bei den Gegenständen handelt es sich um einen Karton in einer Mülltonne, der zweite war ein auffällig abgestellter Gegenstand, ein Utensil, dass dort nicht hingehörte", so der Polizeipräsident laut NDR.

Die Absperrungen in der Braunschweiger Innenstadt seien inzwischen abgebaut. Alle Straßen und Plätze seien frei passierbar.

Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft habe nun Ermittlungen wegen des Verdachts auf eine staatsgefährdende Straftat aufgenommen. Pientka wollte aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen, ob es einen oder mehrere Verdächtige gebe. Festnahmen habe es bisher nicht gegeben.

Ein Zusammenhang zu den Anschlägen von Kopenhagen bestehe nicht, sagte Pientka. Das Bundesinnenministerium hatte noch kurz vor der Absage des Umzugs mitgeteilt, man sehe nach den Angriffen in Dänemark keine erhöhte Terrorgefahr in Deutschland.  

Größter Karnevalsumzug Norddeutschlands

Zum Braunschweiger Karneval waren bis zu 250.000 Besucher erwartet worden. Das Spektakel gilt als der größte Karnevalsumzug Norddeutschlands. In diesem Jahr sollten 4.500 Teilnehmer aktiv dabei sein. Rund 100 Motivwagen waren geplant.

Für andere Karnevalsveranstaltungen besteht nach Ansicht der Sicherheitsbehörden keine Gefahr. Am Rosenmontag werden unter anderem in Mainz, Düsseldorf und Köln Hunderttausende Menschen bei Straßenumzügen erwartet. Diese sollen wie geplant stattfinden. "Wir haben keine Hinweise auf Bedrohungen", sagte ein Sprecher des Innenministeriums in NRW.