Die ehemaligen Pegida-Organisatoren um Kathrin Oertel gründen ein eigenes Protest-Bündnis. Der neue Verein soll "Direkte Demokratie für Europa" heißen, sagte Oertel. Damit wolle man sich "rechts neben der CDU" positionieren. Das Bündnis soll bürgernah und konservativ sein.

Es handle sich nicht um eine Gegenveranstaltung zu Pegida, betonte Oertel. Das neue Bündnis werde am Sonntag, den 8. Februar, eine erste Kundgebung auf dem Neumarkt in Dresden abhalten, berichtete Radio Dresden.

"Wir haben beschlossen, weiterzumachen", hatte der ehemalige Pegida-Mitorganisator Bernd-Volker Lincke vergangene Woche angekündigt. Im Vordergrund der Bewegung soll das Thema direkte Demokratie und eine stärkere Bürgerbeteiligung stehen, sagte Lincke. 

Fünf Pegida-Organisatoren um Sprecherin Oertel hatten ihre Ämter vergangene Woche niedergelegt: Der zweite Vorsitzende des Pegida-Vereins, René Jahn, das AfD-Mitglied Achim Exner, der Wirtschaftsberater Lincke und der ehemalige CDU-Stadtrat von Meißen, Thomas Tallacker.

Hintergrund für die Rücktritte soll vor allem die Rolle von Gründer Lutz Bachmann sein. Dieser hatte sich wegen eines Fotos von ihm in Hitler-Pose und ausländerfeindlicher Äußerungen im Internet zurückgezogen. Jahn begründete die Führungskrise unter anderem damit, dass Bachmann im Organisationsteam verbleiben wollte. Auch gab es offenbar Differenzen zum Umgang mit dem deutlich radikaleren Leipziger Ableger Legida.   

Die ursprünglich für den heutigen Montag in Dresden geplante Pegida-Demonstration wurde abgesagt. Auf seiner Facebook-Seite teilte der Pegida-Verein mit, dass bis zur nächsten Demonstration am 9. Februar ein neuer Vorstand gewählt werden soll.