Die Ministerpräsidenten mehrerer Bundesländer haben mehr Rechte für junge Flüchtlinge in Deutschland gefordert. Sie sprechen sich dafür aus, jungen Asylbewerbern mindestens für die Dauer einer Berufsausbildung in Deutschland einen gesicherten Aufenthaltsstatus zu gewähren. Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann von den Grünen, seine rheinland-pfälzische Kollegin Malu Dreyer (SPD) und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) verfassten dazu einen gemeinsamen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.

Bislang könnten die Auszubildenden angesichts der Gesetzeslage nur darauf hoffen, nicht abgeschoben zu werden, heißt es in dem Brief. Daher hätten weder sie noch die Betriebe Planungssicherheit, beklagten die Politiker. Sollten die Azubis nach der Lehre eine Arbeitsstelle bekommen, wäre eine zunächst befristete Aufenthaltsgenehmigung wünschenswert.

Fachkräfte gesucht

Viele der Menschen, die in Deutschland Zuflucht suchten, seien zwischen 16 und 35 Jahre alt und daher hochinteressant für die Wirtschaft, schreiben die Ministerpräsidenten. Es müsse zudem das humanitäre Interesse aller sein, den jungen Flüchtlingen mit einer Ausbildung eine solide Grundlage für ihr zukünftiges Leben aufzubauen.

Initiiert wurde das Schreiben nach Angaben aus den beteiligten Ländern von Kretschmann. Die Grünen sind an allen drei Landesregierungen beteiligt. Über das Thema Einwanderung und die Notwendigkeit eines eigenen Gesetzes, das die Zuwanderung regelt, wird derzeit in der Regierungskoalition heftig debattiert.