Die Stadt Leipzig hat die für Montag geplante Demonstration der islamfeindlichen Legida-Bewegung untersagt. Die Absicherung der Demonstration durch Polizeibeamte sei nicht zu gewährleisten, sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung. Die notwendigen Polizeikräfte stünden nicht zur Verfügung. Das habe ihm das sächsische Innenministerium mitgeteilt.

Jung sagte, er müsse zur Kenntnis nehmen, "dass in Sachsen offenbar Polizeinotstand herrscht und es nicht möglich ist, das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit zu gewährleisten". Die Stadt Leipzig als Versammlungsbehörde sei gezwungen, die Demonstration aus Sicherheitsgründen zu untersagen.

Legida ist der radikalere Leipziger Ableger der Dresdner Pegida-Bewegung. Bei einer dritten Kundgebung am 31. Januar waren rund 1.500 Teilnehmer gekommen – deutlich weniger als in den Wochen davor. Zu Gegenprotesten versammelten sich rund 5.000 Menschen.

Die Pegida-Bewegung hatte sich Ende Januar an ihrem Ursprungsort Dresden gespalten. Einer der Gründe war, dass sich einige Pegida-Mitorganisatoren vom radikaleren Leipziger Ableger Legida abgrenzen wollten.

Am Sonntag und Montag kommt es zum Kräftemessen zwischen der Pegida und der von ihr abgespaltenen Gruppe um die Ex-Sprecherin des Bündnisses, Kathrin Oertel. Die von der 37-Jährigen mitbegründete Initiative "Direkte Demokratie für Europa" (DDFE) will am Sonntag ihre Anhänger vor der Dresdner Frauenkirche versammeln. Angemeldet sind 5.000 Teilnehmer.

Einen Tag später geht Pegida auf die Straße. Auch für diese Kundgebung wurden der Versammlungsbehörde 5.000 Teilnehmer gemeldet. Pegida hatte zeitweise bis zu 25.000 Menschen mobilisiert.