Kathrin Oertel bei der ersten Kundgebung des neuen Vereins "Direkte Demokratie für Europa" in Dresden ©Arno Burgi/dpa

Das neu gegründete Bündnis "Direkte Demokratie für Europa" (DDfE) hat bei seiner ersten Kundgebung nur schwachen Zulauf erhalten. Den Verein der ehemaligen Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel unterstützten am Sonntag in Dresden nur wenige Demonstranten. Die Polizei gab ihre Zahl mit 500 an – angemeldet hatte DDfE das Zehnfache.

Oertel distanzierte sich indirekt von der Pegida-Bewegung: Die Ziele seien die gleichen gewesen, nicht aber der Weg und die Mittel. "Wir fangen wieder ganz von vorne an." Anders als bei früheren Pegida-Kundgebungen kritisierte sie diesmal ausdrücklich nicht die Presse, sondern ausschließlich die Politik. Ortel sagte, sie sei von jenen enttäuscht, die auf Pegida-Demonstrationen "Lügenpresse" skandierten.

Oertel und die anderen DDfE-Organisatoren behaupteten, als "Sprachrohr des Volkes" zu agieren. Die Bürger wollten bei Entscheidungen künftig stärker mit einbezogen werden und nicht nur alle paar Jahre bei der Wahl abstimmen dürfen. Zu ihren Kernforderungen, die die DDfE am Wochenende auch in einem Positionspapier formulierte, zählen mehr Volksbegehren, Volksentscheide und "europäische Bürgerinitiativen", aber auch ein "qualitatives und zeitgemäßes Einwanderungsgesetz" und eine Reform des Asylverfahrensgesetzes.

"Montag ist Pegida-Tag"

"Es ist wichtig, dass wir jetzt von einer reinen Protestbewegung in eine Reformbewegung umschwenken", sagte Oertel in Dresden. Die DDfE wolle keine Konkurrenz zur Pegida-Bewegung sein. Der neue Verein werde nicht an einem Montag demonstrieren. "Montag ist Pegida-Tag", sagte Oertels Mitstreiter Rene Jahn.