Pegida schrumpft weiter. Dennoch kamen mehr Menschen zur ersten Pegida-Kundgebung seit dem Ausscheiden von Kathrin Oertel als zur Demonstration von Oertels neuer Bewegung Direkte Demokratie für Europa. Laut Polizei versammelten sich am Montagabend rund 2.000 Pegida-Anhänger vor der Dresdner Frauenkirche.    

Die Kirche hatte als Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit während der Demonstration die Beleuchtung ausgeschaltet. Auf dem nahe gelegenen Postplatz demonstrierte das Gegenbündnis Dresden für alle mit rund 400 Teilnehmern für Toleranz und Weltoffenheit.

Bachmann kehrt zurück aufs Rednerpult

Pegida-Gründer Lutz Bachmann, der wegen eines "Hitler-Selfies" und ausländerfeindlicher Äußerungen als Vereinsvorsitzender zurückgetreten war, sprach wieder vor seinen Anhängern. Er verteidigte seine umstrittenen Facebook-Äußerungen über Ausländer, sie seien verkürzt wiedergegeben worden. Außerdem habe er Worte gewählt, von denen er sicher sei, "das jeder, wirklich jeder von uns sie schon einmal am Stammtisch benutzt hat". Bachmann hatte Asylbewerber unter anderem als "Gelumpe" und "Dreckspack" beschimpft. Er wies bei seiner Ansprache außerdem den Eindruck zurück, dass mit der Abspaltung des halben Organisationsteams um Kathrin Oertel ein Rechtsruck bei Pegida erfolgt sei. 

Die frühere Hamburger AfD-Politikerin Tatjana Festerling sprach von einer "Nazi-Paranoia" in weiten Teilen von Politik und Medien. "Lügenpresse, Lügenpresse", skandierte daraufhin die Menge. Festerling hatte im vergangenen Jahr mit Sympathiebekundungen für die Kölner Hooligans gegen Salafisten für Schlagzeilen gesorgt.

In Leipzig sind am Abend trotz des Demonstrationsverbots einige Dutzend Menschen der Legida-Bewegung zusammengekommen. Zunächst seien laut der Leipziger Volkszeitung um die 100 Demonstranten erschienen, etwas später war nur noch von 50 Legida-Anhängern die Rede.

Der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hatte am Samstag unter Hinweis auf einen angeblichen "Polizeinotstand" die Legida-Kundgebung für Montag verboten, nicht aber die Gegendemonstrationen. Für ihn sei die Risikoeinschätzung der Polizei bindend, sagte Jung dem Radiosender MDR Info. Diese habe klar gesagt, dass mit 800 Polizisten keine Demonstration abgesichert werden könne.