Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat einen höheren Verteidigungsetat in Aussicht gestellt. Er begründet den Schritt mit der weltweiten Zunahme an Konflikten: "Natürlich werden wir angesichts der Krisen und Instabilitäten in der Welt in den nächsten Jahren höhere Leistungen für Verteidigung schultern müssen", sagte Schäuble der Bild am Sonntag.

Für drei Ressorts will er ab 2017 mehr Geld ausgeben. "Ich habe vorgeschlagen, dass wir die Ausgaben für Entwicklungshilfe moderat steigern. Und wir werden in den kommenden Jahren mehr für Verteidigung und innere Sicherheit ausgeben müssen. Die Welt ist leider unsicherer geworden," sagte Schäuble.

Derzeit stellt das Bundesfinanzministerium die Eckpunkte des Haushalts 2016 für die einzelnen Ressorts auf. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte bereits für 2016 mehr Ausgaben für die Bundeswehr gefordert. Dafür sieht Schäuble jedoch keine Möglichkeit: "Kurzfristig, also für das kommende Jahr, können Sie mit einem höheren Verteidigungsetat allerdings wenig ausrichten, weil die Industrie so schnell gar nicht große Rüstungsprojekte liefern kann", sagte er der Zeitung.

Zuletzt hatte von der Leyen angesichts der Ukraine-Krise angekündigt, die Ausmusterung von Panzern zu überprüfen. Damit solle nicht die Bundeswehr an sich vergrößert werden, sondern lediglich die Lücken beim Material verkleinert werden, hieß es. Bereits im November hatte sich das Ministerium angesichts der veränderten Bedrohungslage für die Anschaffung 131 zusätzlicher Radpanzer vom Typ Boxer im Wert von 620 Millionen Euro entschieden. Die Verteidigungsministerin will zusätzlich zu den Materialfragen auch die Personalstruktur der Bundeswehrreform nachjustieren. So soll etwa die Zahl der Zivilbeschäftigten von 55.000 auf 56.000 steigen.