Eine 20-jährige Frau, die Anfang des Monats als Zeugin im NSU-Untersuchungsausschuss des Stuttgarter Landtags ausgesagt hatte, ist tot in ihrer Wohnung aufgefunden worden. Wie die Deutsche Presseagentur berichtet, soll es sich um eine Ex-Freundin von Florian H., einem ehemaligen Neonazi, handeln. Er soll gewusst haben, wer die Polizistin Michèle Kiesewetter 2007 in Heilbronn getötet hat.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Sonntag mitteilten, fand der Lebensgefährte der Frau diese am Samstagabend mit einem Krampfanfall in ihrer Wohnung. Die Ärzte konnten die junge Frau nicht mehr retten. Die genaue Todesursache ist noch nicht geklärt.

Im Herbst 2013 war ihr Ex-Freund Florian H. in einem Wagen in Stuttgart verbrannt. Am Tag seines Todes hätte H. noch einmal von der Polizei zum Fall Kiesewetter befragt werden sollen.

Die 20-Jährige hatte Anfang März als Zeugin im NSU-Ausschuss in Stuttgart in nicht-öffentlicher Sitzung ausgesagt, weil sie erklärt hatte, sie fühle sich bedroht. Der Ausschuss soll die Verbindungen der rechten Terrorzelle in den Südwesten Deutschlands und mögliches Behördenversagen genauer betrachten.