Die SPD-Spitze hat Sebastian Edathy aufgefordert, aus der Partei auszutreten. "Wir erwarten, dass er die SPD verlässt", sagte SPD-Vizechef Thorsten Schäfer-Gümbel nach einer Sitzung des Parteivorstands. "Wir sind nach wie vor fassungslos darüber, dass Sebastian Edathy keinerlei Reue erkennen lässt und sich mit keinem Wort an die Opfer wendet." Der Landes- und Fraktionsvorsitzende der SPD in Schleswig-Holstein, Ralf Stegner, twitterte, Edathy solle die Partei verlassen.

Schäfer-Gümbel wies auf das Geständnis hin, das Edathy vor dem Landgericht Verden abgelegt hatte. Darin räumte der ehemalige Bundestagsabgeordnete ein, kinderpornografische Bilddateien aus dem Internet heruntergeladen zu haben. Zudem habe er eine CD und einen Bildband besessen, die Kinderpornografie enthielten.

"Wir halten sein Verhalten nicht für vereinbar mit unseren Grundwerten", sagte Schäfer-Gümbel weiter. Die SPD werde das Ausschlussverfahren gegen Edathy fortsetzen. Dafür sei derzeit die Schiedskommission des SPD-Bezirks Hannover verantwortlich.

Das Verfahren hatte die SPD vor einem Jahr eingeleitet, nachdem bekannt geworden war, dass Edathy vorgeworfen wurde, kinderpornografisches Material besessen zu haben. Für die Dauer des Verfahrens vor dem Landgericht Verden war es ausgesetzt worden. Das Verfahren sei juristisch aber sehr aufwendig, sagte Schäfer Gümbel. Es gebe "hohe individuelle Schutzrechte".

Das Gerichtsverfahren gegen Edathy war nach dessen Geständnis eingestellt worden. Edathy muss eine Geldauflage in Höhe von 5.000 Euro zahlen.