Die CSU will sich dafür einsetzen, dass Hartz-IV-Empfängerinnen bis zum 27. Lebensjahr kostenlose Verhütungsmittel auf Rezept erhalten. Damit haben die Christsozialen auf ihrem kleinen Parteitag eine Forderung der Frauen-Union übernommen. Eine Mehrheit der etwa 200 Delegierten stimmte dem Antrag zu.

Ziel des Vorstoßes ist es, die Zahl der Abtreibungen zu reduzieren. Einige CSU-Bundestagsabgeordnete leisteten erfolglos Widerstand. Der Parlamentarier Stephan Stracke aus Schwaben etwa kritisierte, die CSU sei die Partei der Familie – und das heiße eigentlich "Ja zu Kindern".

Auf dem Parteitag machte CSU-Chef Horst Seehofer deutlich, dass er mit dem Plan von Finanzminister Wolfgang Schäuble zur Erbschaftssteuerreform nicht einverstanden ist. Die CSU werde bei der Vererbung von Familienbetrieben weder die Einbeziehung selbst genutzten Wohneigentums noch des Privatvermögens akzeptieren.  

Bei der Berechnung der Steuerpflicht auf das Betriebsvermögens dürfe nicht "das ansonsten vorhandene Privatvermögen, das erarbeitet und schon versteuert wurde, herangezogen" werden. "Das wäre eine Vermögenssteuer. Und das machen wir nicht", sagte Seehofer. Das Bundesverfassungsgericht hatte die Vorteile für Unternehmenserben vergangenen Dezember gekippt und eine Frist für eine Neuregelung bis Mitte 2016 gesetzt.  

Seehofer kündigte auch an, dass er in den kommenden Wochen die Spitze seiner Partei personell neu aufstellen will. Diese solle dann auf dem nächsten Parteitag im November gewählt werden. In den vergangenen Tagen war es zu parteiinternen Unruhen gekommen. Seehofer hatte in der letzten CSU-Vorstandssitzung seine zwei Stellvertreter Peter Ramsauer und Peter Gauweiler angegriffen, weil diese im Bundestag gegen das Griechenland-Rettungspaket gestimmt hatten.