Die Bundesbürger haben nach einer Umfrage immer weniger Vertrauen in Russland. Laut dem neuen ARD-Deutschlandtrend sind 81 Prozent der Befragten der Meinung, dass man Russland "nicht vertrauen" könne. Nur jeder Siebte (15 Prozent) halte das Land demnach für einen vertrauenswürdigen Partner des Westens. Dieser Wert sank um zwei Prozent.

Zwölf Prozent denken, dass die russische Regierung demokratische Grundrechte achtet – 83 Prozent sind der Überzeugung, dass sie dies nicht tut. Allerdings können 47 Prozent der Befragten nachvollziehen, dass Russland sich vom Westen bedroht sehe. 50 Prozent können dies nicht verstehen.

Sehr gering ist das Vertrauen, dass das Minsker Abkommen zur Befriedung der Lage in der Ostukraine halten wird. Davon gehen nur 13 Prozent der Befragten aus.

Die politischen und wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs sind an diesem Freitag auch wichtigstes Thema des zweitägigen Treffens der EU-Außenminister in Riga. Die Vertreter aus den 28 Mitgliedsländern der Europäischen Union wollen in der lettischen Hauptstadt unter anderem über die Reformpläne der ukrainischen Regierung sprechen, die Voraussetzung für europäische Finanzhilfen sind. Zudem werden die Beziehungen zu Russland Thema sein.

Wegen Moskaus Unterstützung der Separatisten in der Ostukraine waren im vergangenen Jahr harte Wirtschaftssanktionen erlassen worden. Im Zuge des jüngst eingeleiteten Friedensprozesses stellt sich nun die Frage, wie lange diese aufrechterhalten werden sollen. Offiziell laufen die Wirtschaftssanktionen im Sommer aus.

Am zweiten Tag des informellen Treffens wird es am Samstag um die Partnerschaft der EU zu Ländern wie Georgien und Moldau gehen. Deren Annäherung an die EU wird von Russland ebenso kritisch gesehen wie die der Ukraine.