Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland beschlossen. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will damit Lücken in der Versorgung beseitigen. Die gibt es derzeit insbesondere im ländlichen Raum und in Altenpflegeeinrichtungen.

Ziel Gröhes ist ein flächendeckendes Hospiz- und Palliativangebot in ganz Deutschland. Dafür will er die ambulante Palliativversorgung weiterentwickeln und die stationäre Hospizarbeit finanziell stärker unterstützen. Die Kassen sollen künftig bei Hospizen für Erwachsene 95 Prozent anstatt der bisherigen 90 Prozent der zuschussfähigen Kosten tragen. Ambulant tätige Palliativmediziner sollen mehr Honorar bekommen.

Auch die spezialisierte ambulante Palliativversorgung, bei der Fachleute Sterbenden zu Hause in schwersten Versorgungssituationen beistehen, will Gröhe ausbauen. Bislang gibt es bundesweit etwa 273 Teams von Ärzten, Pflegern und Helfern; notwendig wären aber 330.

Auch in Alten- und Pflegeheimen sind Verbesserungen geplant: Bewohner sollen ein entsprechendes Angebot für die letzte Lebensphase bekommen. Die Einrichtungen sollen mit Ärzten und Hospizdiensten kooperieren und Pflegekräfte für die Sterbebegleitung schulen.

Die Koalition geht davon aus, dass die Verbesserungen zwischen 150 und 200 Millionen Euro mehr kosten. 

Patientenschützer fordern einen Rechtsanspruch auf professionelle Sterbebegleitung in Pflegeheimen. "Hospiz- und Palliativversorgung müssen endlich auch die Sterbenden in den 13.000 Pflegeheimen erreichen. Dies sind jedes Jahr 340.000 Menschen", sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch. Ähnlich äußerte sich die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Ulrike Mascher. Brysch forderte für die Sterbebegleitung in den letzten Lebenswochen eine Vollfinanzierung und einen Personalschlüssel von 1,3 Fachkräften pro Patient.

Für Pflegekräfte mit Palliativ-Ausbildung, Therapeuten, eigene Schmerzapotheke, psycho-soziale Begleitung und ein Netzwerk von Palliativmedizinern veranschlagte er Mehrkosten von 720 Millionen Euro pro Jahr.