Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) setzt auf rasche Fortschritte bei den Verhandlungen zu TTIP. Das geplante Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA soll Merkel zufolge noch in der Amtszeit von Barack Obama durchgebracht werden. Die Verhandlungen sollten noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. "Sonst wird eine lange Pause eintreten", sagte Merkel im Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

Den positiven Ausgang der Verhandlungen sieht Merkel durch die BND-NSA-Affäre nicht gefährdet. "Was im Zusammenhang mit Problemen bei den Nachrichtendiensten zu klären ist, wird geklärt", sagte Merkel der SZ.

Kritikern von TTIP bescheinigte Merkel eine in Teilen falsche Motivation. "Natürlich hat ein Freihandelsabkommen zweier so großer Wirtschaftsräume eine hohe Symbolkraft", sagte die Kanzlerin. Manche Verbraucher- und Umweltschützer würden TTIP nicht zur Erhaltung der europäischen Standards bekämpfen, sondern um sie noch weiter zu erhöhen. "Das ist in dem Zusammenhang der falsche Ansatz", sagte Merkel.

Zugleich hob sie hervor, weshalb sie TTIP für richtig hält. "Mir ist es wichtig, dass der transatlantische Freihandel mit dem pazifischen Schritt hält", sagte sie mit Blick auf die fortgeschrittenen Verhandlungen der USA mit Ländern wie Japan, Vietnam, Australien und Neuseeland. Enge Handelsbeziehungen seien gerade für die exportabhängige deutsche Industrie bedeutend, sagte Merkel. Da die USA der wichtigste Handelspartner seien, sei es im Interesse "unserer Arbeitsplätze und unseres Wohlstands, den Handel mit den USA zu fördern und ihn nicht Wettbewerbern aus anderen Weltregionen zu überlassen".