Der Machtkampf in der Alternative für Deutschland (AfD) nimmt erneut eine Wendung. Der Bundesvorstand forderte das Bundesschiedsgericht per Mehrheitsbeschluss auf, eine einstweilige Verfügung gegen den Verein Weckruf 2015 aufzuheben.

Erst vor zwei Tagen hatte ein Richter festgestellt, der von Parteichef Bernd Lucke gegründete Verein verstoße gegen die Satzung der AfD und müsse deshalb vom Bundesvorstand aufgelöst werden.

Zu dem aktuellen Beschluss sagte Lucke, damit werde "die Verunsicherung beseitigt, die ein einzelner Richter des Bundesschiedsgerichts durch eine Eilmaßnahme ausgelöst hat". Nun sei explizit beschlossen, "dass AfD-Mitglieder frei sind, sich dem Weckruf 2015 anzuschließen". Im Bundesvorstand haben in der Regel Luckes Anhänger die Mehrheit.

Vor allem Luckes größte Rivalin, die Co-Vorsitzende Frauke Petry, hatte die Vereinsgründung im Mai kritisiert. Sie sei der "Versuch einer Minderheit, die innerparteiliche Demokratie zu zerstören", sagte Petry. Ziel sei es nun, "so viele verführte Weckruf-Mitglieder wie möglich wieder in die Partei zu integrieren". Auch andere führende Mitglieder der AfD bezeichneten den Weckruf als Versuch Luckes, eine "Partei in der Partei" zu etablieren.

Parteitag soll Machtkampf beenden

Die Mitglieder der rechtskonservativen AfD wählen am 4. Juli bei einem außerordentlichen Parteitag in Essen einen neuen Vorstand. Damit soll auch der seit Monaten anhaltende Machtkampf zwischen Lucke und Petry beendet werden. Beide treten am 4. Juli gegeneinander an. Petry reist derweil mit einer AfD-Delegation nach Athen, um sich über die Probleme der Griechen in der Finanzkrise zu informieren.