Ab Anfang 2016 soll einem Zeitungsbericht zufolge in Deutschland jeder das Recht auf ein Bankkonto haben. Damit setze die Bundesrepublik eine EU-Richtlinie früher um als erwartet, berichtete die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf das Bundesfinanzministerium. Eigentlich hätte Deutschland bis September 2016 Zeit, die sogenannte Zahlungskontenrichtlinie zum diskriminierungsfreien Zugang zu einem Bankkonto in nationales Recht umzusetzen. Nun solle das Gesetz aber "voraussichtlich schon Anfang 2016 in Kraft treten", zitierte die Zeitung einen Ministeriumssprecher.

Von dem neuen Gesetz sollen zum Beispiel geduldete Flüchtlinge oder Menschen ohne festen Wohnsitz profitieren. Sie haben bisher Schwierigkeiten, ein Konto zu eröffnen. Wenn sich die Banken künftig weigern, sie als Kunden anzunehmen, müssen sie mit Konsequenzen rechnen: Sie können von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (Bafin) angewiesen werden, Betroffene als Kunden zu akzeptieren. Außerdem droht ihnen ein Bußgeld. 

Auch bei der Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen sind Vereinfachungen im Gespräch. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft setzt sich für die Einführung einer Gesundheitskarte für Asylbewerber ein. Sie unterstütze die Idee, sagte die SPD-Politikerin in Düsseldorf. In Hamburg und Bremen können Flüchtlinge bereits ohne Umwege über die Behörden mit einer Krankenkassenkarte direkt zum Arzt gehen. Der Bund müsse aber die rechtliche Voraussetzung schaffen, dass die Krankenkassen verpflichtet werden können, solche Vereinbarungen abzuschließen, sagte Kraft. Denkbar sei für sie eine Option, dass Länder, die das nicht wollten, sich nicht beteiligen müssen.