Der Sozialflügel der CDU lehnt den Vorschlag der Jungen Union für eine Sonderabgabe für Kinderlose ab. "Viele Menschen leiden unter ihrer Kinderlosigkeit", sagte der Vizechef der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Christian Bäumler, dem Handelsblatt. Durch eine Sonderabgabe würden diese Menschen stigmatisiert, der Plan sei "mittelalterlich".

Die Junge Union hatte zuvor eine Änderung der Renten- und der Familienpolitik gefordert. Paul Ziemiak, Chef der CDU-Jugendorganisation, schlug in der Süddeutschen Zeitung eine Sonderabgabe für Menschen ohne Kinder vor. Sie solle ein Prozent des Bruttoeinkommens betragen. 

"Das wäre keine Benachteiligung, sondern nur ein Ausgleich" für die Kosten, die Eltern hätten, sagte Ziemiak. Es gehe "um das Wichtigste, nämlich, dass Kinder geboren werden – also um unsere Zukunft". Mit dem so eingenommenen Geld soll nach Vorstellung des Junge-Union-Chefs ein Starterpaket von 1.000 Euro für jedes neugeborene Kind finanziert werden.

Der CDU-Sozialflügel lehnt diesen Plan ab. CDA-Vizechef Bäumler forderte stattdessen einen familiengerechten Umbau des Arbeitsrechts und der Sozialversicherung. "Die Befristung von Arbeitsverträgen muss eingedämmt werden, um Familien Planungssicherheit zu geben", sagte er der Süddeutschen Zeitung. Bei den Beiträgen zur Sozialversicherung solle zudem die Kinderzahl berücksichtigt werden, forderte Bäumler.