Die Junge Union (JU) fordert von der CDU einen Kurswechsel in der Renten- und Familienpolitik. Die Jugendorganisation der CDU will unter anderem eine Sonderabgabe für Kinderlose, ein 1.000-Euro-Starterpaket für jedes neugeborene Kind und eine automatische Erhöhung des Renteneintrittsalters, wie die Süddeutsche Zeitung am Samstag berichtete. "Wir empfehlen Griechenland und allen anderen EU-Staaten, das Renteneintrittsalter zu erhöhen, aber in Deutschland haben wir es gesenkt", sagte JU-Chef Paul Ziemiak der Zeitung. Die Jugendorganisation wolle mehr tun, als nur über den demografischen Wandel zu sprechen.

Der JU-Chef forderte eine grundlegende Änderung des Rentensystems: "Es muss eine Verknüpfung zwischen Renteneintrittsalter und Lebenserwartung geben." Wenn die Lebenserwartung steige, verlängere sich auch die Bezugsdauer der Rente, ohne dass die Versicherten dafür höhere Beiträge eingezahlt hätten. Dies müsse die CDU ändern.

Die Junge Union will, dass zwei Drittel der zusätzlichen Lebenszeit angerechnet werden. "Wenn beispielsweise die durchschnittliche Lebenswartung der Jahrgänge von 1985 bis 1990 um drei Monate steigt, muss das Renteneintrittsalter für diese Jahrgänge um zwei Monate steigen", sagte Ziemiak. Außerdem forderte er, dass die Rente mit 63 sofort wieder abgeschafft werden müsse.

Die JU verlangt außerdem die Umwandlung des Ehegattensplittings in ein Familiensplitting wie in anderen europäischen Ländern auch. Bei einem solchem Modell erhöht sich die steuerliche Entlastung mit der Zahl der Kinder. Zur Forderung nach einem "Starterpaket" für Eltern, die vom Staat für jedes neugeborene Kind 1.000 Euro bekommen sollen, sagte er: "Wir wissen, dass das teuer wird." Aber es gehe "um das Wichtigste, nämlich, dass Kinder geboren werden – also um unsere Zukunft".

Abgabe in Höhe von ein Prozent vom Bruttoeinkommen für Kinderlose

Zur Gegenfinanzierung sollten Kinderlose eine Sonderabgabe in Höhe von einem Prozent des Bruttoeinkommens zahlen. "Das wäre keine Benachteiligung, sondern nur ein Ausgleich", sagte Ziemiak. Eltern hätten enorme Ausgaben, die Kinderlose nicht hätten. Wegen der Mehrwertsteuer auf diese höheren Ausgaben würden Eltern bisher auch steuerlich schlechtergestellt als Kinderlose. Dies müsse die CDU ändern.

Die Junge Union hat 117.000 Mitglieder und ist damit so stark wie Grüne und Linke zusammen. Sie stellt knapp 30 Bundestagsabgeordnete und Tausende Mandatsträger in den Kommunen. Ziemiak sagte der Süddeutschen Zeitung, die JU wolle diese Kraft jetzt nutzen.