Die Grünen-Bundestagsfraktion verlangt ein Sofortprogramm der Bundesregierung, um Flüchtlinge schnell in Arbeit und Ausbildung zu bringen. In einem Antrag für den Bundestag fordert sie nach einem Bericht der Welt mehr Geld für Deutschkurse, für die Anerkennung von ausländischen Qualifikationen und die Vermittlung in Jobcentern. Insbesondere sollten 1.000 neue Arbeitsvermittler eingestellt werden. "Die Hürden zum deutschen Arbeitsmarkt sind nach wie vor viel zu hoch", sagte die Grünen-Arbeitsmarktpolitikerin Brigitte Pothmer der Zeitung.

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt forderte SPD-Chef Sigmar Gabriel in der Rheinischen Post auf, den Weg für legale Zugangswege für Flüchtlinge nach Europa und für eine leichtere Integration in den Arbeitsmarkt freizumachen. Der SPD-Chef werbe in den Medien für die Aufnahme von mehr syrischen Flüchtlingen und für sichere Herkunftswege, im Parlament bügele seine Fraktion aber alle Vorstöße ab und bringe keine eigenen Initiativen ein. "Statt nun die Kommunen zum Aufstand gegen die Bundesregierung aufzufordern, sollte Gabriel lieber auf den Kabinettstisch hauen", sagte Göring-Eckardt.

Bund und Länder diese Woche erneut bei einem Spitzentreffen in Berlin über den Umgang mit der wachsenden Zahl von Flüchtlingen beraten. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich dazu am Donnerstagabend mit allen Ministerpräsidenten zusammensetzen.

Zuletzt hatten Wirtschaftsverbände und Politiker kritisiert, dass der Einstieg für Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu lange dauere. Einer Studie der Bertelsmann Stiftung zufolge gehe ein Asylverfahren derzeit im Schnitt über rund sieben Monate. Die lange Wartezeit würde die Eingliederung in den Arbeitsmarkt deutlich erschweren.