Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) lehnt eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ab. "Es stellt sich die Frage, ob wir grundlegende Definitionen unserer Gesellschaft verändern wollen, und zwar mit womöglich weitreichenden Folgen", sagte die CDU-Landeschefin der Saarbrücker Zeitung vom Mittwoch. Es gebe in Deutschland bisher eine klare Definition der Ehe als Gemeinschaft von Mann und Frau. "Wenn wir diese Definition öffnen in eine auf Dauer angelegte Verantwortungspartnerschaft zweier erwachsener Menschen, sind andere Forderungen nicht auszuschließen: etwa eine Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen", sagte Kramp-Karrenbauer.

Bestehende Diskriminierungen zwischen Ehe und Lebenspartnerschaft müssten aber abgebaut werden. "Am Ende dieses Prozesses werden wir uns wahrscheinlich auch mit der Frage nach der Volladoption befassen müssen." Diese lehne sie ab, sagte Kramp-Karrenbauer. Seit Jahren heiße es, dass für die Entwicklung von Kindern Vater und Mutter die beste Konstellation sei. "Gerade diese Frage dürfen wir nicht daran festmachen, ob sich jemand diskriminiert fühlt oder nicht – sondern allein am Kindeswohl."  

Zwei Drittel der Deutschen befürworten nach einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage im Auftrag der Zeitung Bild die Homo-Ehe. Von 2.168 Befragten sprachen sich 65 Prozent für die Homo-Ehe aus, während 26 Prozent dagegen waren. Dennoch vertraten 71 Prozent der Befragten die Ansicht, dass es für die Entwicklung eines Kindes am besten wäre, wenn es mit Mutter und Vater aufwächst. 19 Prozent waren in der von dem Meinungsforschungsinstitut INSA durchgeführten Umfrage gegenteiliger Meinung. Generell meinten 51 Prozent der Deutschen, dass Homosexuelle in Deutschland benachteiligt würden. 33 Prozent sahen keine Benachteiligung.