Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel © Sven Hoppe/dpa

SPD-Chef Sigmar Gabriel will seine Partei im Wahlkampf 2017 grundlegend anders positionieren als vor der Bundestagswahl 2013. Das geht aus einem 18-seitigen Strategiepapier hervor, das der ZEIT exklusiv vorliegt.  

Gabriel möchte mit dem Papier unter dem Titel "Starke Ideen für Deutschland 2025" eine Diskussion über die Zukunft des Landes anregen. Unter der Leitfrage, wovon und wie wir in zehn Jahren leben wollen, strebt die SPD die Deutungshoheit über Zukunftsthemen wie die Digitalisierung der Arbeitswelt, den demografischen Wandel und die Einwanderungsgesellschaft an. Hierfür bricht Gabriel gleich in mehreren Punkten entschieden mit der Linie des letzten Wahlkampfes. 

Den kompletten Artikel lesen sie in der ZEIT Nr. 25 vom 18.6.2015.

2017 soll laut dem Strategiepapier die "arbeitende Mitte", also die Mittelschicht, im Zentrum strategischer Planungen stehen. 2013 zielte die Partei primär auf Problemgruppen wie Alleinerziehende, Leiharbeiter und Bezieher von niedrigen Löhnen. Der Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hatte damals noch ein dezidiertes Steuererhöhungskonzept vorgelegt, um Wahlversprechen zu finanzieren.

Gabriel warnt nun: Die SPD ist "gut beraten, nicht vorschnell mit dem Ruf nach höheren Schulden oder höheren Steuern" zu kommen. Als Schlüsselbegriff nennt das Papier statt der "Gerechtigkeit" die "Sicherheit".  Zudem wird Deutschland unter der Kanzlerin Merkel nicht mehr, wie vor rund zwei Jahren, als "sozial aus der Balance" beschrieben, sondern als "stark". 

Gabriel versteht das Papier als Auftakt einer über rund eineinhalb Jahre angelegten inhaltlichen Debatte, an deren Ende das Regierungsprogramm 2017 stehen soll.