Der Anstieg der Asylbewerberzahlen sorgt in den Bundesländern und Kommunen für deutlich höhere Kosten. Die Ausgaben für die Unterbringung, Verpflegung und Betreuung der Asylbewerber könnten in diesem Jahr auf fünf bis sechs Milliarden Euro steigen, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf eine Umfrage bei den Fachministerien der 16 Bundesländer. Dies sei eine Verdoppelung, bei einigen Ländern sogar eine Verdreifachung der Budgets für Asylbewerber. Im vergangenen Jahr lag das Budget dem Bericht zufolge in allen Ländern bei insgesamt 2,2 Milliarden Euro.

Ursache der Entwicklung sind steigende Flüchtlingszahlen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geht davon aus, dass 2015 bis zu 450.000 Asylanträge in Deutschland gestellt werden. Das wäre eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr.

Vor diesem Hintergrund fordern die Bundesländer vom Bund mehr Geld für die Unterbringung, der derzeit etwa eine Milliarde Euro an Hilfen veranschlagt hat. Zudem müsse die Prognose von 450.000 Asylbewerbern in diesem Jahr nach oben korrigiert werden, sagte Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) der Rheinischen Post. Die ursprüngliche Schätzung hätte für Nordrhein-Westfalen die Aufnahme von 85.000 Flüchtlingen bedeutet. Tatsächlich seien im ersten Halbjahr aber schon 77.000 Menschen angekommen. Somit würden es allein in NRW "mit Sicherheit deutlich über 100.000" Anträge werden.

Für eine stärkere finanzielle Unterstützung sprach sich auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller aus. Der Bund solle diese zukünftig pro Kopf zahlen und nicht wie bisher als Pauschalsumme, sagte Müller in der ARD. Damit könne der tatsächlichen Entwicklung besser Rechnung getragen werden. Wenn die Zahlen sich nach oben entwickelten, müsse dies auch für die Unterstützung des Bundes gelten.

Auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte die 2015 für die Länder in Aussicht gestellten Mittel als zu niedrig kritisiert. "Für die folgenden Jahre wäre mindestens eine Verdopplung der Mittel geboten", sagte Seehofer der Welt am Sonntag.

Die Bundesregierung hat sich grundsätzlich gesprächsbereit gezeigt. In der Bund-Länder-Arbeitsgruppe soll es auch um "Fragen des Umfangs der Beteiligung"  gehen, hatte ein Sprecher des Innenministeriums gesagt.