Neue Konkurrenz für die Alternative für Deutschland: Am Sonntag ist um den früheren AfD-Chef Bernd Lucke die neue Partei "Alfa" gegründet worden. Die Abkürzung steht für "Allianz für Fortschritt und Aufbruch". Lucke selbst wird künftig der Vorsitzende des Bündnisses sein.

Rund 70 Mitglieder des von Lucke gegründeten Vereins Weckruf 2015 hatten zuvor in einem Hotel in Kassel hinter verschlossenen Türen die Gründung beschlossen und den Vorstand der neuen Partei gewählt. 

Das Programm der Partei soll sich an den ersten Kernthesen der im Februar 2013 gegründeten AfD orientieren. Der 4.000 Mitglieder zählende Verein Weckruf 2015 gilt als Sammelbecken für AfD-Mitglieder, die mit den rechtspopulistischen Thesen einiger Parteifunktionäre nichts zu tun haben wollen.

 Der abgewählte AfD-Parteivorsitzende hatte den Verein im Mai gegründet.

Zuvor hatten sich bei einem außerordentlichen Bundesparteitag Anfang Juli in Essen die nationalkonservativen Kräfte in der AfD klar durchgesetzt. Zur ersten Vorsitzenden wurde die frühere Co-Vorsitzende Frauke Petry aus Sachsen gewählt. Lucke trat aus der Partei aus, viele seiner Anhänger folgten ihm. 

Seit dem Bruch mit Luckes Anhängern hat die AfD rund 2.000 Mitglieder verloren, darunter zahlreiche Mandatsträger im Europäischen Parlament und in ostdeutschen Landtagen.