Ein Flüchtling in einem Bus vor der Erstregistrierung in Passau © Christof Stache/AFP/Getty Images

In der deutschen Bevölkerung schwindet die Bereitschaft zur Aufnahme von Flüchtlingen. Das ist eines der Ergebnisse des aktuellen ARD-Deutschlandtrends. Zwar spricht sich mit 57 Prozent immer noch die Mehrheit der Deutschen dafür aus, die Aufnahmezahlen von Flüchtlingen beizubehalten oder zu steigern. Allerdings ist der Anteil derjenigen, die sich für eine Begrenzung des Zuzugs aussprechen, der Erhebung zufolge im vergangenen halben Jahr deutlich gewachsen.

Mehr als ein Drittel der Deutschen (34 Prozent) sind laut der Befragung der Auffassung, dass Deutschland genauso viele Flüchtlinge aufnehmen sollte wie bisher. Das sind neun Prozent der Befragten weniger als im Januar 2015. Knapp jeder Vierte spricht sich dafür aus, die Aufnahmezahlen zu steigern (23 Prozent). 38 Prozent sind der Meinung, dass die Bundesrepublik weniger Flüchtlinge aufnehmen sollte. Im Januar 2015 hatten sich dafür nur 21 Prozent ausgesprochen.     

Die Akzeptanz für die meisten Fluchtgründe ist in der Bevölkerung weiterhin groß. 93 Prozent der Befragten finden es richtig, dass Deutschland Flüchtlinge aufnimmt, die sich vor Krieg oder Bürgerkrieg in Sicherheit bringen wollen. Vier von fünf Befragten befürworten eine Aufnahme bei politischer oder religiöser Verfolgung.

Die Akzeptanz von Flüchtlingen, die ihre Heimatländer aufgrund von Arbeitslosigkeit und Armut verlassen, ist in der Bundesrepublik niedrig. 69 Prozent der Befragten sind gegen die Aufnahme dieser Flüchtlinge in Deutschland.

Die Meinungen der Bürger scheiden sich dem Deutschlandtrend nach auch bei der Frage, ob genug für die Unterbringung von Flüchtlingen getan werde. Hier meint jeder Zweite, die Vorkehrungen seien ausreichend. Dagegen sind 42 Prozent der Ansicht, die Politik tue zu wenig. Ein neues Einwanderungsgesetz halten 63 Prozent der Befragten für nötig, 27 Prozent sind dagegen. Die CDU hatte vor Kurzem signalisiert, sich in dieser Frage zu bewegen. Bisher hatte sie Forderungen nach einer gesetzlichen Regelung der Zuwanderung zurückgewiesen.

Für die Erhebung waren am Anfang der Woche 1.004 Wahlberechtigte befragt worden.