Wenige Tage vor ihrem Bezug ist eine geplante Notunterkunft für Flüchtlinge im brandenburgischen Nauen ausgebrannt. Das Feuer in der Sporthalle hatte sich am frühen Morgen auf das gesamte Gebäude ausgebreitet, wie die Polizei in Potsdam mitteilte. Die Polizei ging nach ersten Erkenntnissen von Brandstiftung aus. Ein technischer Defekt sei höchst unwahrscheinlich. Der Staatsschutz ermittele, sagte ein Polizeisprecher. Verletzt wurde nach ersten Angaben niemand.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke sagte, sollten die Ermittlungen einen fremdenfeindlichen Anschlag belegen, würden Polizei und Justiz in Brandenburg "alles daran setzen, der Täter habhaft zu werden und sie einer gerechten Strafe zuzuführen". Es bleibe dabei: "Null-Toleranz gegenüber jeglicher Form von Fremdenfeindlichkeit." Weiter forderte der SPD-Politiker einen Aufstand der Anständigen und appellierte an die Bevölkerung, sich klar von fremdenfeindlichen Tendenzen zu distanzieren.

In Nauen hatte es in diesem Jahr mehrfach Demonstrationen gegen die geplante Aufnahme von Asylbewerbern gegeben. Im Februar war eine Stadtverordnetenversammlung zu diesem Thema  von rechtsextremen Demonstranten gestört worden. Die Sitzung musste abgebrochen werden.

Die Sporthalle gehört zum Oberstufenzentrum mit beruflichem Gymnasium des Landeskreises Havelland. Der Landkreis hatte im Juli angekündigt, dass die Halle der vorübergehenden Unterbringung von Flüchtlingen dienen soll. Vorgesehen war eine Nutzung von September bis Jahresende. Mit Inbetriebnahme neu errichteter Container-Unterkünfte in Schönwalde und Dallgow-Döberitz sollte die Sporthalle dann wieder ihrem eigentlichen Zweck dienen.

Der Brandanschlag ist kein Einzelfall. Das Video fasst Straftaten auf Asylbewerberunterkünfte zusammen.