In einer Sporthalle in Berlin-Reinickendorf ist ein Feuer ausgebrochen. Das Gebäude befindet sich auf dem Gelände einer früheren Nervenklinik. Bereits seit Längerem leben in unmittelbarer Nähe Asylbewerber. Laut Polizeiangaben steht die Halle etwa 200 Meter von einer Flüchtlingsunterkunft entfernt. Im Gebäude selbst seien keine Menschen unterbracht gewesen.

Auf dem Gelände leben nach Informationen des RBB etwa 900 Flüchtlinge. Die brennende Halle und die Wohnungen der Flüchtlinge seien nur durch einige Bäume voneinander getrennt. Der Senat hatte dem Bericht nach den Standort als dezentralen Standort für die Unterbringung weiterer Flüchtlinge vorgeschlagen. In die Sporthalle sollten aber keine weiteren Flüchtlinge einziehen, sagte Sozialsenator Mario Czaja (CDU) dem Sender.

Die Brandursache ist laut Polizei noch unklar. Czaja sagte, er und der Betreiber könnten eine Brandstiftung nicht ganz ausschließen. Sie hielten aber eine andere Ursache für wahrscheinlicher. "Ein Defekt der veralteten Leitungssysteme ist genauso wenig ausgeschlossen wie Brandstiftung." Die Turnhalle sei schon immer in einem schlechten Zustand gewesen. "Sie wurde nur in Teilen von unterschiedlichen Sportmannschaften genutzt." Ein Sprecher der Feuerwehr sagte dem Tagesspiegel, das Feuer könne auch bei Umbauarbeiten ausgebrochen sein.

An diesem Donnerstag sollte auf dem Gelände offenbar ein Fest für Flüchtlinge stattfinden. Regelmäßig hätten in der Halle zudem Flüchtlingskinder Fußball gespielt. 

Derzeit kommt es fast täglich zu Anschlägen auf geplante oder bestehende Flüchtlingsheime. Am Dienstag war im brandenburgischen Nauen (Havelland) eine geplante Flüchtlingsunterkunft abgebrannt. Die Polizei konnte in der niedergebrannten Sporthalle Spuren von Brandbeschleuniger feststellen, wie der brandenburgische Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) mitteilte. "Es handelt sich um einen gezielten Anschlag", sagte Schröter. 

Die Polizei stellte am Brandort weiteres Beweismaterial sicher, das den Angaben zufolge eindeutig auf Brandstiftung hinweist. Einen konkreten Tatverdacht gegen eine bestimmte Person gebe es bislang nicht. "Wir gehen aber von einer fremdenfeindlichen Motivation aus", sagte Ministeriumssprecher Ingo Decker. "Ein anderer Hintergrund ist auch kaum vorstellbar."

In Nauen sollten in wenigen Tagen 100 Asylbewerber vorübergehend unterkommen.

Die Zahl der Straftaten gegen Asylberwerberheime ist im ersten Halbjahr 2015 gestiegen. Täglich kommen neue Vorfälle hinzu, wo zeigt das Video.

Gewalt gegen Flüchtlinge - Die (gesamt)deutsche Schande 202 Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte im ersten Halbjahr, danach fast täglich neue Angriffe. Diese politisch motivierte Gewalt ereignet sich überall.