Innenminister Thomas de Maizière (CDU) hat gefordert, die Leistungen für Flüchtlinge zu überprüfen. Seine europäischen Kollegen hätten ihm gesagt, dass die Standards in Deutschland sehr hoch seien, sagte de Maizière dem ZDF. "Das heißt, wir brauchen eine Debatte über europäische Standards der Menschenwürde und der Leistungen."

Flüchtlingen würden in Deutschland so viel gezahlt, wie ein Polizist im Kosovo oder in Albanien im Monat verdiene. Die Leistungen könnten nicht beliebig reduziert werden. "Aber wir können mehr Sachleistungen machen, wir können uns das Taschengeld genauer anschauen", sagte de Maizière.

In Deutschland erhalten Flüchtlinge pro Monat ein Taschengeld von 140 Euro. Dieses können sie für Bedürfnisse des täglichen Lebens ausgeben. De Maizière sagte, dass in Flüchtlingsheimen dafür gesorgt werden könne, "dass nicht viel Bargeld und schon gar nicht Monate im Voraus ausgezahlt werde". Das Geld würden ohnehin nur die Schlepper bekommen. "Wir können im Leistungsbereich auch unter Wahrung der Menschenwürde doch einiges tun", sagte de Maizière.

Wie viele Flüchtlinge in diesem Jahr nach Deutschland kommen werden, wollte de Maizière nicht kommentieren. "Wie hoch die Prognose ist, das werden wir mit den Ländern besprechen", sagte er. "Und nächste Woche werde ich das der Öffentlichkeit mitteilen."