In Heidenau bei Dresden haben Hunderte gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in einem ehemaligen Baumarkt demonstriert. Sie blockierten die Zufahrtsstraße zu der neuen Flüchtlingsunterkunft und umstellten das Gebäude. Einige von ihnen sollen Böller und Steine geworfen haben, berichtet der MDR. Einige skandierten "Wir sind das Volk" und andere ausländerfeindliche Parolen. Der Bus mit den ankommenden Flüchtlingen musste umgeleitet werden.  

Auf Twitter berichteten Augenzeugen am späten Abend von Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Polizei soll Tränengas eingesetzt haben. 

Nach einem Bericht der Sächsischen Zeitung wurde die Demonstration von der rechtsextremen NPD organisiert. Als die Teilnehmer des Zugs am Haus von Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU) vorbeiliefen, riefen sie "Volksverräter", schreibt das Blatt auf seiner Internetseite.

In einem früheren Baumarkt sollten in der Nacht zum Samstag etwa 250 Flüchtlinge untergebracht werden. Dagegen protestieren seit Tagen Hunderte Demonstranten. Bereits am Mittwoch zählte die Polizei 350 Menschen, am Freitagabend sollen es bis zu 1.000 gewesen sein. Der sächsische Kommunalpolitiker Jürgen Kasek von den Grünen sprach im MDR von einer "Katastrophe mit Ansage". Ähnlich wie in Dresden und Freital seien am Anfang viel zu wenige Polizeibeamte im Einsatz gewesen.


Der Baumarkt in Heidenau ist die 20. Außenstelle der Erstaufnahme in Sachsen. Nach einigen weiteren Umbauten solle das Heim Platz für bis zu 600 Menschen bieten. Die Landesdirektion sucht nach weiteren Standorten.

Auch während der Eröffnung eines Zeltlagers für Flüchtlinge in Dresden war es am 24. Juli bei einer Kundgebung der rechtsextremen NPD zu Ausschreitungen gekommen. Neonazis und Hooligans gingen auf Demonstranten los, die die Flüchtlinge begrüßen wollten.