Zwei deutschsprachige Kämpfer des "Islamischen Staates" (IS) haben in einem Video mit Anschlägen in Deutschland und Österreich gedroht. Die Botschaft wurde offenbar in der vom IS eroberten syrischen Oasenstadt Palmyra aufgenommen.

In dem Video rufen die beiden bärtigen Männer ihre "Brüder und Schwestern" auf, sich dem "Islamischen Staat" in Syrien oder dem Irak anzuschließen. Sollte ihnen dies nicht möglich sein, sollten sie "die Ungläubigen" in "ihren Häusern in Deutschland und Österreich" angreifen.

An Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt erklären die beiden, dass sich der IS für die Unterstützung Deutschlands beim Kampf gegen die Terrormiliz und für den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan rächen werde. Der Mann wechselt in dem Video immer wieder ins Arabische. Am Ende der Aufnahme erschießen die beiden Islamisten zwei nicht identifizierte Männer, die inmitten der Ruinen von Palmyra vor ihnen auf dem Boden knien.   

Festnahme in Ludwigsburg

Am Mittwoch nahmen Ermittler des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg und Spezialkräfte der Polizei in einer Asylbewerberunterkunft in Ludwigsburg einen mutmaßlichen IS-Terroristen fest. Der Mann sei unter falscher Identität nach Deutschland eingereist und stehe unter Verdacht, Kämpfer rekrutieren und Anschläge planen zu wollen, berichten die Stuttgarter Nachrichten. Der 21-jährige Marokkaner stehe unter Terrorverdacht, teilten die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart und das Landeskriminalamt mit. In Spanien soll er als Kontaktperson für Kämpfer fungiert haben, die nach Syrien oder in den Irak reisen wollten, um sich dort dem IS anzuschließen. Den Angaben zufolge hatte der Mann Anfang Juli 2015 angekündigt, sich auch selbst der Terrormiliz in Syrien anschließen zu wollen. In sozialen Netzwerken habe er mit Terroranschlägen gegen Spanien gedroht.

Schätzungen zufolge haben sich rund 700 Menschen aus Deutschland dem "Islamischen Staat" angeschlossen. Nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes sind bisher etwa 230 von ihnen zurückgekehrt. Rund 85 der Ausgereisten sind demnach in Syrien oder dem Irak getötet worden.

USA und Russland uneins

Unterdessen kündigte die Türkei an, den Kampf gegen den "Islamischen Staat" ausweiten zu wollen. Man werde gemeinsam mit den USA moderate syrische Rebellen ausbilden und mit Ausrüstung versorgen, sagte Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu bei einem Treffen mit US-Außenminister John Kerry im malaysischen Kuala Lumpur.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow erklärte nach Gesprächen mit Kerry, dass es derzeit keine gemeinsame Linie im Kampf gegen den "Islamischen Staat" gebe. "Wir sind uns einig, dass wir unsere Kräfte bündeln müssen, um dieses Phänomen so schnell und so effektiv wie möglich zu bekämpfen", sagte Lawrow. Allerdings gebe es noch keinen gemeinsamen Ansatz.