Die rechtsextreme Splitterpartei "Der III. Weg" soll an mindestens einem Brandanschlag auf eine Unterkunft für Asylsuchende beteiligt gewesen sein. Die Bezüge zu der Gruppierung zu einem Brandanschlag im oberbayerischen Reichertshofen seien "ermittlungsrelevant", teilte die Staatsanwaltschaft Ingolstadt nach Angaben des ARD-Magazins Report Mainz mit.

Bei dem Anschlag in der Nacht zum 16. Juli war ein Sachschaden von 150.000 Euro entstanden, verletzt wurde niemand. In der ehemaligen Gaststätte sollen im September mehrere Dutzend Geflüchtete einziehen. Das ARD-Magazin will am Dienstagabend über den Fall berichten.       

In Verfassungsschutzkreisen gehe man von einer bedeutenden Rolle des "III. Weges" für Brandanschläge aus, teilte der SWR mit, der Report Mainz produziert. Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen warnte gegenüber dem Magazin ausdrücklich vor einer Eskalation der Gewalt durch rechtsextreme Hetze. Der sogenannte III. Weg spiele dabei eine gefährliche Rolle. Es werde vor Ort gezielt Stimmung gemacht, bis Einzelne zu Straftaten bereit seien. Diese Straftaten würden im Nachhinein wiederum wohlwollend kommentiert. Ein Sprecher des bayerischen Landesamtes für Verfassungsschutz bezeichnet die Partei im Interview mit Report Mainz als "geistigen Brandstifter".

Auch im fränkischen Vorra hetzten vor einem Brandanschlag Nazis gegen das geplante Asylbewerberheim – ausgehend vom mittlerweile verbotenen "Freien Netz Süd" (FNS). Das FNS gilt in Behördenkreisen als Vorgänger des "III. Weges". Nach dem Brandanschlag auf eben jenes geplante Heim bezeichnete "Der III. Weg" auf seiner Homepage die Straftat als "vorzeitiges Weihnachtsgeschenk". Vor einem Brandanschlag im rheinland-pfälzischen Limburgerhof hatte die rechtsextreme Partei gegen die geplante Unterkunft gehetzt und sogar eine Bürgerinitiative dagegen gegründet.

Die Splitterpartei "Der III. Weg" ist laut Verfassungsschutzbericht 2014 in Bayern mit sechs sogenannten Stützpunkten am stärksten vertreten. Weitere befinden sich in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen.