Die Unionsparteien haben gute Chancen, bei den nächsten Bundestagswahlen eine absolute Mehrheit zu erreichen. In der Sonntagsfrage einer Emnid-Umfrage im Auftrag der Bild am Sonntag sprachen sich 43 Prozent der Befragten für CDU und CSU aus. Damit läge die Unionsfraktion mit allen anderen im Bundestag vertretenen Parteien gleich auf.

Der Wert der Union blieb zwar unverändert, ebenso wie die von SPD (24 Prozent) und Grünen (10 Prozent). Da die Linke jedoch ein Prozent verliert (9 Prozent) und FDP (4 Prozent) und AfD (3 Prozent) weiterhin nicht im Bundestag vertreten wären, käme es im Parlament zu einem Patt. So nah an der absoluten Mehrheit war die Union in Umfragen zuletzt 2005 – dem Jahr von Angela Merkels Amtsantritt als Bundeskanzlerin.

Die nach wie vor hohe Popularität der Bundeskanzlerin ist laut Bild am Sonntag "fast ausschließlich" für den hohen Wert der Union verantwortlich. Der Spiegel berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, dass Merkel bereits eine erneute Kandidatur bei den Bundestagswahlen 2017 vorbereitet.

Als Beleg verweist das Magazin auf ein Treffen Merkels mit CDU-Generalsekretär Peter Tauber und Bundesgeschäftsführer Klaus Schüler, bei dem es um konkrete Wahlkampffragen gegangen sei. Auch mit CSU-Chef Horst Seehofer habe sie vor einigen Wochen über strategische Fragen des Wahlkampfs gesprochen.

Tauber äußerte sich über den Bericht auf Nachfrage ausweichend. "Sommerloch. Merken Sie was?", schrieb er auf Twitter. Aus der CDU-Zentrale verlautete, es gebe Meldungen im Sommerloch, die keiner Kommentierung wert seien. Merkel hat sich öffentlich bislang nicht geäußert, ob sie 2017 erneut als Kanzlerkandidatin antritt.