Der Bundesverfassungsschutz hat bisher keine Hinweise darauf, dass mit den Flüchtlingen auch islamistische Attentäter nach Deutschland gelangt sind. "Bislang haben wir keine Belege dafür", sagte Behördenchef Hans-Georg Maaßen dem Deutschlandfunk.

Grundsätzlich ausschließen könne der Verfassungsschutz dies aber auch nicht, sagte Maaßen. Die Flüchtlinge reisten teilweise ohne Registrierung ein, weshalb man nicht genau wisse, wer da kommt. Das bereite dem Verfassungsschutz Sorgen, weil man keine genaue Kenntnis darüber habe, wer eine Gefahr darstellen könnte. 

Zugleich warnte Maaßen vor einer Instrumentalisierung des Themas durch rechtsextreme Gruppierungen. Die NPD und die rechtsextremistische Szene versuchten, über die Sorgen und Ängste in der Bevölkerung Anschluss an die bürgerliche Mitte zu finden. In diesem Jahr habe es allein 39 Demonstrationen von Rechtsextremisten gegen Flüchtlingsunterkünfte gegeben, sagte Maaßen. Bisher gehe man aber nicht  davon aus, dass etwa Brandanschläge auf Asylbewerberheime, von denen es 22 gegeben hatte, überregional strategisch geplant würden. Bei mehr als 70 Prozent habe es sich bei bislang identifizierten Tätern um Menschen aus der Region oder aus dem betroffenen Ort selber gehandelt. 

Das BKA ermittelt gegen einen nach Deutschland eingereisten Syrer, dem vorgeworfen wird, Anhänger der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zu sein. Der Mann hatte vor anderen Flüchtlingen behauptet, für den IS getötet zu haben.

Warnungen vor Salafisten

Erst kürzlich hatte der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz davor gewarnt, dass radikale Salafisten im Umfeld von Flüchtlingsunterkünften Propaganda betreiben. Muslimische Asylbewerber würden vor den westlichen Werten gewarnt und zur strikten Einhaltung fundamentalistischer Glaubensregeln im Islam angehalten, hatte der Sprecher des NRW-Innenministeriums, Jörg Rademacher, gesagt.

Derzeit handele es sich noch nicht um ein Massenphänomen. Größere Veranstaltungen salafistischer Prediger im Umfeld der Flüchtlingseinrichtungen seien nicht bekannt geworden, hatte Rademacher gesagt. Mit steigenden Flüchtlingszahlen habe die "krude Missionierung" der Salafisten in der Nähe von Asylunterkünften aber erkennbar zugenommen. Dabei sei davon auszugehen, dass die Islamisten die Kontakte suchen würden, um sie für die salafistische Bewegung anzuwerben und zu rekrutieren.